KARO, EINS, DREI, ACHT
30. JUNI – 01. JULI 2007
Offene Ateliers:
täglich 14–19h
Ausstellungseröffnung:
30. Juni, ab 19h
Kulinarisches: MR. KEBAB
Atelierhaus Marktstraße 138, 20357 Hamburg.
In der Marktstraße 138 arbeiten Künstler aus verschiedenen
Generationen. Das Spektrum der dort entstehenden Arbeiten reicht von
Malerei unterschiedlichster Art über Plastik bis zu medialer Kunst. Die
Genres und Anschauungen kreuzen sich. Immer steht der Mensch und die
Frage nach den Grundlagen seiner Wahrnehmung im Vordergrund. Ein Besuch
im Hinterhof das Szeneviertels lohnt sich.
Das Atelierhaus Marktstraße 138 wird seit den 60er Jahren von
Künstlern genutzt. Addiert man die Jahre der Ateliernutzung der zur
Zeit dort lebenden Künstler zusammen, kommt man auf 123 Jahre
künstlerisches Schaffen. Wobei sich diese Jahre ganz unterschiedlich
auf die KünstlerInnen des Hauses verteilen: Das jüngste Mitglied
studiert zur Zeit noch an der Hochschule für Bildende Künste in
Hamburg, während die älteren ihr Studium dort bereits in den 60ern und
70ern abgeschlossen haben.
Derzeit arbeiten neun Künstler in den Räumlichkeiten:
Karin Witte, Claudia Liekam, Hinrich Gauerke, Hans Braumüller, Christina Allamoda-Krahé,
Christian Kleffner, Michael Heering, Elena Getzieh, Peter Krahé.
Am Sonnabend, den 30. Juni und Sonntag, den 1. Juli 2007 ist das
Haus für Besucher und Anwohner des Karolinenviertels geöffnet. Es ist
möglich sowohl die Ateliers, als auch eine gemeinsame Ausstellung in
der ehemaligen Autowerkstatt zu besichtigen.
Marktstraße 138, ein Ort der Kreativität vereint ganz unterschiedliche künstlerische Positionen unter einem Dach:
Figurativ, realistisch, surrealistisch, expressiv, abstrakt sind die
Werke aus Bereichen der Malerei, Fotografie, Multimedia, Film, Internet
und Skulptur – die die Bewohner sowohl in der Ausstellung als auch in
den Ateliers präsentieren.
Karin Witte, Zeichnung, Graphik, Collage, Malerei, Plastik
Schon immer waren Karin Wittes Arbeiten durch ihre Offenheit
gekennzeichnet und ihren spielerischen Umgang mit den malerischen und
zeichnerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Dabei ist das Bewusstsein für
Formprobleme im Lauf der Jahre gewachsen. Ergaben sich zuvor Spannungen
aus verschiedenen figürlichen Motiv-Kombinationen, werden nun eher
formale Energien freigesetzt: etwa aus dem Gegensatz von geschlossenen
und fragmentierten Elementen oder von Verdichtungen und Zergliederung.
Karin Witte hat sich ihre eigene Bildwelt geschaffen, eine
Formensprache aus Figurationen und Zeichen, die ihre Berechtigung in
sich selbst tragen. Dabei hat die Malerin gewisse Formverdichtungen und
Zeichen gefunden, die über einen längeren Zeitraum immer wieder
bearbeitet werden und dadurch häufig in ihren Motiven wiederkehren.
Die eigentümlichen Gestaltchiffren Karin Wittes besitzen bisweilen eine
Fremdheit, die den Betrachter herausfordern. Zugleich liegen in ihren
Bildern die gestischen Spuren ganz offen. Das macht ihre
unverwechselbare Unmittelbarkeit aus. Diese Bilder beziehen ihre Kraft
aus der unverstellten Wiedergabe zeichnerischer und malerischer
Handlung, wo Formen und Farben immer wechselseitig aufeinander wirken
als ob eigenen Kräfte tätig sind. (Auszug aus Katalog 1997 zur Ausst.
Galerie Hauptmann Hamburg, Zeichnung auf Papier und Leinwand von Jens
E. Howoldt, Hamburger Kunsthalle)
Claudia Liekam, Multimedia Kunst
Natur, menschliche Körper und Erotik sind die Themen der in Hamburg
lebenden Multimediakünstlerin Claudia Liekam. Ihren “Modellen ” rückt
die Künstlerin nicht mit klassischen Mitteln auf die Haut, sondern mit
Computern, Scannern und Videokameras. Dabei verknüpft Claudia Liekam
Bilder und Phänomene aus der Natur - beispielsweise die Bewegung von
Wolkenfeldern - mit Videoprojektionen menschlicher Körperteile.
Überbelichtungen, digitalisierte Abstraktionsprozesse und Verfremdungen
tragen dazu bei, dass der Betrachter die ins Bild gesetzten
sinnlich-erotischen Körper als irritierende, technisch-kühle und
verrätselte High-Tech-Kompositionen wahrnimmt. Diese entpuppen sich
jedoch bei genauerem Hinsehen als eine künstlerische Konzeption, die
mit der widersprüchlichen, durch die neuen elektronischen Medien
geprägte Wirklichkeitswahrnehmung spielt.
Hinrich Gauerke Malerei
Gauerkes Malerei ist konzeptionell und hochdramatisch, ironisch und
gefühlsbetont, ganz sensualistisch und kühl reflektiv. Typisch für
seine Kunst ist die Gleichzeitigkeit verschiedenartiger bildnerischer
Sprechweisen. so entstehen einfache und komplexe Bilder nach ganz
normalen Motiven in einer sehr besonderen Technik (Jute, Wachs, Öl).
Hans Braumüller, u.a. Malerei
Ulla Lohmann, Sammlung C15 , schreibt anlässlich der Ausstellung „Collaborations“ in
Hamburg, 2004: „… Kooperationen, Dialoge,
Austausch von Ideen, Meinungen, gesellschaftlichen, politischen und
individuellen Positionen zeichnen sein gesamtes bisheriges Werk aus.
Seine Kunst ist Kommunikation. Sie reicht von der Internetkunst über
mail art und visuelle Poesie bis hin zur Malerei, die durch die
Integration von Zeichen und Symbolen sowie Texten und Fragmenten aus
dem Medienalltag eine außergewöhnliche Prägung erhält. „
Zur Ausstellung „KARO138“ zeigt Hans Braumüller u.a. „Tenango (Animales II) “.
Eine Malerei aus dem Jahre 2007 auf mexikanischer Stickerei, ein "Tenango" vom Volk der Otomíes, die eine
Landschaft darstellt. Diese Malerei steht in einer Auseinandersetzung
über die Grenzen zwischen zeitgenössischer Kunst und traditionellem
Kunsthandwerk, deren Motiven, Kontexten und Deutungen.
Christina Allamoda-Krahé, Malerei, Objekte
Sie arbeitet freiberuflich und malt klein- und großformatige Bildserien
in Acryl und Öl mit Titeln wie z. B. „Viele bunte Smarties“,
„Herzblumen“ sowie Landschaften und Stillleben. Und sie formt
fantasievolle Objekte aus Pappmaché, Holz, Filz und Stoff und bemalt
sie u. a. auch mit phosphoreszierenden Pigmenten wie z. B.
„Afrikanische Traum-Früchte“.
Christian Kleffner , Foto
Der Menschenforscher Christian Kleffner fotografiert seit seinem 16.
Lebensjahr. Er sucht das besondere in den Menschen und zeigt mit
einfachen Mitteln ihre Schönheit, so wie sie sind, wenn er sie auf der
Straße anspricht.
Michael Heering, Malerei, Film, Internetkunst
Bis vor kurzem studierte Michael Heering an der Hochschule für Bildende
Künste Hamburg. Während seines Studiums setzte er sich mit
unterschiedlichsten Medien auseinander. Er gründete 2001 zusammen mit
Christan Kleffner das Internetprojekt girl.tv und programmierte Filme,
virtuelle Installationen und interaktive Schaltbilder und lud diese auf
die Website hoch. Die einzelnen Projekte verlinkte er und erschuf so
über die folgenden Jahre ein fein verzweigtes Netzkunstwerk zum
besuchen und drin verlieren.
Elena Getzieh, Fotografie
Sie ist die Jüngste im Verband der Ausstellenden. Seit 2 Jahren
studiert sie visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende
Künste in Hamburg.
Mit ihrer Fotografie gewährt sie dem Betrachter Einblicke in eine Welt,
in der die Grenze zwischen Realität und Fantasie, Erlebtem und Gedachtem aufgehoben ist…
Peter Krahé, Malerei, Zeichnung
Seit 1968 lebt Peter Krahé im Karolinenviertel und hat sich von der
lebendigen, sozial und kulturell angereicherten Atmosphäre zu etlichen
Bildmotiven inspirieren lassen (vor allem in der 70ern und den 80ern).
Einige Beispiele zeigt er in dieser Ausstellung, um den Bezug zu seinem Lebensumfeld zu verdeutlichen.
Ausgangsmaterial waren z. T. Fotos vom Sperrmüll und selbst
aufgenommene Fotos mit Motiven aus dem Viertel, insbesondere Menschen
in ihrem typischen Umfeld. Die Fotos werden planmäßig demontiert.
Durch gesteigerte, z. T. verfremdende Farbgebung in großformatiger
Malerei und die Verwebung verschiedener motivischer Ebenen steigert er
das Erleben und die Erfahrung von Wirklichkeit.
Ganz andere imaginäre „Photographien“ aus Träumen werden in reale
Bilder transformiert und machen so Aspekte und Visionen von
Traumbildern erfahrbar.
Weitere Informationen im Internet unter:
www.KARO138.de
Atelierhaus Marktstraße 138, 20357 Hamburg,
Hinterhaus, Karolinenviertel, U2 Messehallen,
Telefonischer Kontakt über Claudia Liekam: 0163-6365620 oder Michael Heering: 040-40186800
Wir freuen uns auf ihren Besuch.